Die UCI Gravelbike Rennserie und eure Meinung dazu

Das Gravelbike ist doch nur eine Modeerscheinung. So hieß es noch vor nicht allzu langer Zeit in allen relevanten Medien. Das es nicht so ist war mir bereits früh klar. Spätestens jetzt wo der Internationale Radsportverband UCI offiziell verlauten ließ das es eine Gravelbike Rennserie geben wird dürfte es keine Diskussion mehr über die Relevanz der Gravelbikes geben. Das Gravelbike hat sich nicht nur als Erholungsgerät, als Bikepacking Rad oder als Modetick für Hipster sondern auch als Sportgerät bewiesen und etabliert.

Was ist bekannt

Nur wenig ist bisher über die UCI Gravelbike Rennserie öffentlich bekannt. Der Pressedienst Fahrrad hat hier mal ein wenig was zusammengetragen was ich gerne zitiere.

Die geplante Rennserie, bei der sich die Teilnehmer:innen für Gravel-Weltmeisterschaften qualifizieren können, soll als Jedermann-Rennen durchgeführt werden. „Für Fahrerinnen und Fahrer mit Ehrgeiz, die kompetitiv unterwegs sein wollen, aber keine Profis sind, ist das ein perfektes Format und eine tolle Abwechslung zu Jedermann-Rennen mit dem Rennrad“, sagt Volker Dohrmann von Stevens Bikes.

Der Gravel-Szene sagt man nach, dass sie besonders entspannt sei. Noch kennt man sich (meistens). Man hilft sich gegenseitig, auch bei Rennen, und nach den Touren gehört ein Bier am Lagerfeuer mit dazu. Und auch wenn die Fahrradindustrie mittlerweile versucht, zum Beispiel Gravel-spezifische Kleidung an Mann und Frau zu bringen, ist die „Style-Polizei“ hier nicht so streng unterwegs wie etwa im Rennrad-Bereich. Das bedeutet umgekehrt auch: Ein UCI-initiiertes Rennen bringt Regeln mit sich – man denke etwa an die exakt vorgegebene Sockenlänge, die im Wettkampf nicht über die halbe Distanz zwischen Knöchel und Mitte des Wadenbeinköpfchens hinausgehen darf. So befürchten einige, dass das Reglement den entspannten „Gravel-Geist“ kaputtmachen könnte. Andererseits: Niemand ist gezwungen, an den Rennen teilzunehmen.

Apropos Landschaft genießen – das lässt sich beim Graveln bestens machen, je nachdem, wie ambitioniert man unterwegs ist. Zum einen, weil man natürlich anders als bei (Renn)-Radrennen nicht auf Asphalt, sondern abseits der Straßen unterwegs ist. Und zum anderen ist die Geschwindigkeit auf Schotter und Trail geringer, als es bei Straßenrennen der Fall ist. Es bleibt also mehr Zeit, die Landschaft und Umgebung wahrzunehmen.

Bei reinen Straßenrennen müssen Straßen gesperrt werden, sprich es ist im Vorfeld viel Organisation und Absprache nötig – mit der Polizei, mit Anwohner:innen und freiwilligen Helfer:innen. Das fällt bei Gravel-Rennen zum großen Teil weg, was es für Veranstalter:innen einfacher macht und für eine entspannte Rennatmosphäre sorgt.

Es gibt doch schon Rennrad-Rennen, die über nicht-asphaltierten Untergrund führen, mögen einige einwenden – Cyclocross-Wettbewerbe nämlich. Im Gegensatz zu Gravel-Rennen werden diese auch Querfeldein-Rennen genannten Wettbewerbe im Herbst und Winter auf bis zu drei Kilometer langen, unbefestigten Rundwegen ausgetragen. Dabei gehören Hindernisse, Schlamm und Tragepassagen unbedingt dazu. Die UCI reglementiert hier beispielsweise die Reifenbreite auf maximal 33 Millimeter. Zudem sind Cyclocrosser auf eine sehr sportliche Sitzposition ausgelegt und besitzen meist ein flacheres Oberrohr, um sie besser schultern zu können. „Gravel-Rennen können deshalb zu einer echten Alternative werden, da sie eher auf Langstreckenfahrten ausgelegt sind und somit eine andere Zielgruppe ansprechen“, sagt Volker Dohrmann.

Jetzt scheiden sich gerade die Geister daran ob es gut oder schlecht ist das es eine offizielle Gravelbike Rennserie geben soll. Manchen ist es egal und fahren einfach ihr Gravelbike weiter. Andere sehen den Untergang des Gravelbike weil es jetzt Regeln und unfaire Bedingungen durch Profis die an den Jedermannrennen teilnehmen.

Wie seht ihr das? Welche Meinung habt ihr dem Thema beizutragen? Bitte kommentiert hier fleißig oder schickt mir eine Mail dazu.

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